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Tennet legt Strommarktanalyse 2017 vor

Der Übertragungsnetzbetreiber hat die Strompreisentwicklung sowie Veränderungen im Strommix und der Speichertechnologie beleuchtet.

Laut der jüngsten Strommarktanalyse (Market Review) des Übertragungsnetzbetreibers Tennet ist der durchschnittliche Preis im Stromhandel in Zentralwesteuropa (CWE) im vergangenen Jahr leicht angestiegen. Neben der Kältewelle Anfang 2017 sei dies auch auf die höheren Brennstoffpreise für Gas (+22 %) und Kohle (+40 %) zurückzuführen, heißt es in einer Tennet-Mitteilung. Während die Strompreise in den Wintermonaten in Frankreich und Belgien deutlich anzogen, legten die Notierungen in Deutschland und in den Niederlanden nur moderat zu.

Als Zeichen für eine zunehmende Integration der nationalen Strommärkte in einen europäischen Markt wertet die Untersuchung auch die fortschreitende Preiskonvergenz: In den Frühlings- und Sommermonaten waren die Strompreise in der CWE-Region in bis zu 60 % der Stunden identisch. Ähnlich wie auch 2016 waren die Großhandelspreise in den Ländern der CWE-Region im Gesamtjahr 2017 zu rund einem Drittel der Stunden des Jahres auf dem gleichen Niveau. Vor Mai 2015, als die lastflussbasierte Marktkopplung (Flow-Based Market Coupling) eingeführt wurde, lag die Preiskonvergenz mit 19 % deutlich niedriger

Im Hinblick auf den deutschen Strommix 2017 stellt Tennet fest, dass die Windenergie zum zweitwichtigsten Energieträger aufgerückt ist und die Kernenergie bzw. die Kohleverstromung überholt hat. Während Braunkohle immer noch den größten Beitrag zum Strommix liefert, wurden laut Tennet im vergangenen Jahr 38 % der Stromnachfrage durch erneuerbare Energien gedeckt. Grund für diesen Anstieg waren neben einer höheren installierten Kapazität vor allem günstige Wetterbedingungen. So konnte etwa die Erzeugung von Windstrom im vergangenen Jahr auf über 100 Mrd. kWh ansteigen (2016: 76 Mrd. kWh).

Die installierte Leistung der erneuerbaren Energien nahm den Tennet-Daten nach im vergangenen Jahr um mehr als 6 000 MW zu. Dagegen gingen etwa 4 600 MW an konventioneller Leistung aus dem Markt, die deutschen Reservekapazitäten stiegen auf knapp 8 000 MW an.

Bei den Speichern wurde laut dem Strommarktbericht eine Leistung von über 200 MW erreicht. Der Zuwachs sei auf starke Kostensenkungen zurückzuführen. allerdings sei die Kapazität der Batteriespeicher im Vergleich zu den Pumpspeicherkapazitäten von 9 000 MW noch als gering einzuordnen.

 

//Ursprünglicher Artikel von Herrn Andreas Kögler, Energie & Management Verlagsgesellschaft mbH