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VDE und chinesischer Netzbetreiber arbeiten zusammen

Der weltgrößte Stromnetzbetreiber, die State Grid Corporation of China (SGCC), und der deutsche Elektrotechnik-Verband VDE haben eine Absichtserklärung unterzeichnet.

In Peking schrieben die CEO von SGCC, Shu Yinbiao, und VDE, Ansgar Hinze, ihre Namen unter ein Memorandum of Understanding (MOU), teilte der Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE) mit. Ziel der gemeinsamen Absichtserklärung sei es, die deutsch-chinesische Zusammenarbeit in zukunftsweisenden Technologien wie smarte Energieanwendung, Cybersicherheit oder Mobilität auszubauen. „Hierzu streben die beiden Vertragspartner einen regelmäßigen Austausch und die enge Zusammenarbeit von Expertenteams an“, so der VDE.

Zu Beginn konzentrieren sich die beiden Partner auf Projekte im Bereich Smart Energy und Smart Mobility. Themen sind dabei die Integration von erneuerbaren Energien, der Austausch über Grid Codes, Netzregelung und Speichersysteme. Bei der Elektromobilität bietet der VDE Unterstützung in der Standardisierung und Zertifizierung von Energiespeichersystemen, Ladeinfrastruktur und Abrechnungssystemen.

Beide Partner ergänzen sich
„State Grid China verfügt über mehr als 120 000 Experten in Forschung und Entwicklung“, sagte Hinz. Der VDE greife auf ein Expertenwissen von über 30 000 namhaften Know-how-Trägern in Wissenschaft, Normung, beim Prüfen und Zertifizieren sowie in der Anwendungsberatung zurück. Beide Partner würden sich nicht nur in den genannten sondern in vielen Bereichen der „digitalen Zukunftstechnologie ergänzen.“

Die SGCC ist in auch in Europa mittlerweile bekannt. So versuchte der größte Stromnetzbetreiber der Welt sich zweimal vergeblich beim Übertragungsnetzbetreiber 50 Hertz mit Sitz in Berlin einzukaufen. Im März stockte der belgische Mehrheitseigner Elia seine Anteile am deutschen Übertragungsnetzbetreiber von 60 % auf 80 % auf, im Juli übernahm die deutsche Staatsbank KfW die verbleibenden 20 % vom australischen Pensionsfonds IFM, der jeweils der Verkäufer war.

Chinesisches Engagement bei 50 Hertz stieß auf Widerstand
In beiden Fällen hatte sich auch die SGCC um die Anteile beworben. Auf Intervention der Bundesregierung wurden die Chinesen beim Bieterverfahren nicht berücksichtigt. In Teilen der Öffentlichkeit und der Politik wurde der mögliche Einstieg des Investors aus Fernost in kritische Infrastruktur, wie es Übertragungsleitungen sind, abgelehnt.

SGCC betreibt knapp 90 % des Stromnetzes in der Volksrepublik. Nach Angabe der Internetseite von SGCC hängen rund 1,1 Mrd. Menschen am Netz des Unternehmens, etwa 1,2 Mio. sind dort beschäftigt. Der VDE ist einer der größten technisch-wissenschaftlichen Verbände Europas. Er vertritt rund 1 300 Unternehmen und vereint nach eigenen Angaben „Wissenschaft, Normung und Produktprüfung“.

//Ursprünglicher Artikel von Herrn Stefan Sagmeister, Energie & Management Verlagsgesellschaft mbH