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Versorger-Allianz 450 Megahertz: Warnung vor erheblichen Mehrkosten für die Branche – SZ und Spiegel greifen Zuteilung der Funkfrequenzen auf

Mit dem Spiegel und der Süddeutschen Zeitung haben im März gleich zwei große Medienvertreter das Thema Zuteilung der 450-Megahertz-Frequenzen aufgegriffen. Für die flächendeckende Ausstattung der Verbraucher mit Smart Metern drohe ein „Hindernis“, weil man sich innerhalb der Bundesregierung nicht über eine Zuteilung der Frequenzen einig sei.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) wolle das Netz der Energieversorgungsbranche zusprechen. Eine Sprecherin seines Ministeriums sieht die Funkfrequenzen demnach als „ganz entscheidend für den Erfolg von Energiewende und Verkehrswende” an. Die Branche brauche ein tragfähiges Netz, um eine dezentraler werdende Energieversorgung und die Stromversorgung einer wachsenden Anzahl von Elektroautos zu sichern.

Kontrahent sei Innenminister Seehofer (CSU), der sich für eine Zuteilung der Frequenz an Polizei, Feuerwehr, Rettungskräfte und die Bundeswehr ausgesprochen habe, so die Artikel weiter. Ebenfalls erwähnt wird, dass die Versorger-Allianz bereits vorgeschlagen hat, dass 15% des Netzbereichs an diesen so genannten Blaulichtbereich abgegeben werden könnten.

Dass Wirtschaftsstaatssekretär Ulrich Nußbaum vor erheblichen Mehrkosten warnt, wird in der SZ so ausgeführt: „Stünde das 450-Megahertz-Netz der Energiewirtschaft nur zum Teil zur Verfügung, wäre für die Smart-Meter-Gateways ein neues Hard- und Softwarekonzept erforderlich.“

Aktuell sind die knapp 200 Energie- und Wasserversorgungsunternehmen aus ganz Deutschland noch als Verein organisiert – doch daraus soll ein Joint Venture hervorgehen, das sich um eine 450-MHz-Lizenz bewirbt.

„Die Versorger-Allianz kämpft für ein Modell, dass allen Unternehmen der mit kritischen Energieinfrastrukturen einen diskriminierungsfreien Zugang zu dieser wichtigen Basistechnologie ermöglicht“, so Wolfgang Schmitz, Mitorganisator und verantwortlicher Partner seitens der K.GROUP. Genauer heißt das: „Die Bedarfe der Branche haben im Modell der Versorger-Allianz immer Vorrang vor anderen Vermarktungsoptionen. Mit diesem Modell können die Systemkosten, bei denen die Hardwarekosten eine entscheidende Rolle spielen, durch die Branche gesteuert und begrenzt werden, ohne Abhängigkeiten von einem Mobilfunkanbieter.“

Er hofft, dass sich weitere EVU der Versorgerallianz anschließen: „Die Unternehmen der Branche sollten sich bereit erklären, den Aufbau der Mobilfunkinfrastruktur über die Versorger-Allianz 450 anteilig mit zu finanzieren und sich am Geschäftsmodell mit einer Infrastruktur-typischen Rendite zu beteiligen.“

Immer wieder kommt branchenintern Rückenwind: Mit dem Fernleitungsnetzbetreiber Thyssengas unterstützt einer der großen deutschen Fernleitungsnetzbetreiber jetzt das Branchenmodell des EVU-Zusammenschlusses. Theo Waerder, Geschäftsführer der Bonn-Netz GmbH und Vorstand der Versorger-Allianz, sagt, dass Thyssengas auf ein schwarzfallsicheres Netz angewiesen sei: „Mit einer Nutzung der 450-MHz-Fre-quenz würde das Unternehmen seine Erfolge zur Verbesserung der Sicherheit der Fernleitungsnetze weiter vorantreiben.“ Des Weiteren haben sich die Stadtwerke Lindau am Bodensee der Versorgerallianz angeschlossen.